Neuköllner BVV begrüßt Gedenkort für Burak Bektaș

Mit überragender Mehrheit beschloss die Neuköllner BVV heute mit den Stimmen von SPD, Grüne, Piraten und Linke die Errichtung eines Gedenkortes für Burak Bektaș durch die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaș zu begrüßen. Die CDU-Fraktion stimmte dagegen. Die Entschließung im Wortlaut:
„Die Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln begrüßt die Errichtung eines Gedenkortes für Burak Bektaș durch die Initiative für die Aufklärung des Mordes.“

Geplant ist ein öffentlicher Gedenkort auf der Grünfläche Rudower Straße Ecke Laubsängerweg in der Nähe des Tatorts, der die Erinnerung an Burak Bektaș in Neukölln, wo er lebte und ermordet wurde, wachhält. Er soll für die Angehörigen ein Platz für ihre persönliche Erinnerung und Trauer sein. Der Gedenkort soll ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass die Tat bis heute nicht aufgeklärt ist. Damit verweist er auf die weiteren unaufgeklärten Morde an Migrant_innen und auf den alltäglichen Rassismus, dem Menschen mit Migrationsgeschichte auch in Neukölln ausgesetzt sind. Außerdem soll er ein Ort des Lernens sein, an dem sich Schüler_innen und andere Interessierte mit Rassismus auseinandersetzen können.

„Wenn ein junger Mensch ohne erkennbare Gründe aus dem Leben scheidet, versetzt es eine Familie, sogar eine gesamte Gesellschaft in Trauer. Der Mord an Burak Bektaş ist bis heute ungeklärt. Dieser Gedenkort sollte uns alle verpflichten, diese unmenschliche Tat aufzuklären, um seinen Eltern eine Antwort zu geben, warum Burak nicht mehr unter uns ist.“ (Bijan Atashgahi, Fraktionsmitglied der SPD in der BVV Neukölln und Vorsitzender des Integrationsausschusses Neukölln)

Seit dem Mordanschlag vor vier Jahren kämpfen Familie und Angehörige darum, dass der Mord aufgeklärt und Burak Bektaș nicht vergessen wird. Schon früh äußerte Melek Bektaș, Buraks Mutter, den Wunsch nach einem Gedenkort in der Nähe der Tatorts, der nicht übersehen werden könne und so ihren Sohn und den unaufgeklärten Mord im Bewusstsein der Menschen verankere. Die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaș hat diese Idee aufgegriffen, um gemeinsam mit den Überlebenden, den Angehörigen und Freund_innen einen sichtbaren und lebendigen Gedenkort zu schaffen.

„Wir begrüßen die politische Willensbekundung der Neuköllner BVV für unser Gedenkortkonzept, die Politik muss sich nun in der praktischen Umsetzung und konkreten Unterstützung messen lassen. Wir suchen als nächsten Schritt zivilgesellschaftliche Initiativen, die uns darin unterstützen, die Politik auch nach den Wahlen an ihre Zusagen zu erinnern.“ (Ulrike Schmidt, Sprecherin der Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaș)

Das Konzept sieht die Errichtung eines „lebendigen Gedenkorts“ vor, der ein künstlerisches Denkmal und vielfältige Aktivitäten wie Nachbarschaftstreffen, Workshops mit Schulklassen und Mahnwachen umfasst. Der Gedenkort findet bereits breite Zustimmung bei verschiedenen politischen Akteurinnen und Akteuren in Neukölln, berlin- und bundesweit. Unterstützende Stimmen, Statements von Angehörigen und weiterführende Informationen zum geplanten Gedenkort gibt es auf der gerade entstehenden Kampagnenseite: www.gedenkort-fuer-burak.org

Presseeinladung zur öffentlichen Sitzung des Integrationsausschusses am 26. Mai

Am Donnerstag, den 26. Mai laden Familie Bektaş und die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş Vertreter_innen der Presse zur öffentlichen Sitzung des Integrationsausschusses ein. Dort wird das Konzept für einen „lebendigen Gedenkort“ der Öffentlichkeit präsentiert und die Initiative den Abgeordneten aller Parteien für Fragen zur Verfügung stehen. Ebenfalls soll dort eine Vorlage zur Beschlussfassung erarbeitet werden.

Integrationsausschuss der BVV Neukölln
Donnerstag, 26. Mai 2016, 17 Uhr
Rathaus Neukölln, Wetzlar-Zimmer (Raum A 203)
Karl-Marx-Str. 83, 12040 Berlin